Über den Film

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Stimmen zum Film

“DAS SYSTEM – alles verstehen heisst alles verzeihen” ist ein Politthriller, deutsches Genrekino aus der Welt der Wirtschaft – ein ungewöhnlicher Film, mutig und im besten Sinne anstößig.

“DAS SYSTEM – alles verstehen heisst alles verzeihen” ist auch das bewegende Drama eines jungen Mannes, der ohne Vater aufwuchs und seinen eigenen Weg erst finden muss. Doch zugleich ist der Film das facettenreiche Panorama eines wilden deutschen Ostens, in dem längst die neuen Goldgräber ihre Grenzen abgesteckt haben und in dem dennoch die DDR-Vergangenheit auf unheimliche Weise lebendig bleibt.

„DAS SYSTEM – alles verstehen heisst alles verzeihen“ ist die Geschichte eines jungen Mannes der in den 1980er Jahren geborenen Dritten Generation Ost: Hin – und hergerissen zwischen einer unsicheren Zukunft und Wurzeln in einer Vergangenheit, mit der sich heute kaum noch jemand auseinander setzen möchte.

Die Geschichte basiert auf Tatsachen und langjährigen Recherchen über die Hintergründe des Baus der russischen Gas-Pipeline nach Westeuropa, über die Machenschaften alter Stasi-Seilschaften in den neuen kapitalistischen Verhältnissen nach 1989/90 und über die damit einhergehenden Verstrickungen von Wirtschaft und Politik.

Jürgen Böttcher über Bauders Film:

“Marc Bauders Film berührt und erstaunt. Er gleicht meines Erachtens einer Art Entwicklungsroman des jungen tastenden Heldens, einer Art Tschechow Erzählung, die in einen Krimi mündet.“

„Das quasi musikalisch herrschende Tempo, die Tempoverzögerungen, die Art wie die Räume eröffnet werden und immer im besonderen, nie vordergründi-gen Licht; – und Schütz in der Rolle des Böhm, das ist eine Gratwanderung ersten Ranges.”

Jürgen Böttcher, Maler und Regisseur, ist Mitglied der Akademie der Künste in Berlin

Marianne Birthler über den Film:

„Die Aktualität und der politische Bezug des Themas sind für mich offensichtlich. In der öffentlichen Debatte spielt die DDR nach wie vor eine Rolle, auch die Frage, wie wir im vereinten Deutschland damit umgegangen sind. Da passt der Film sehr gut hinein. Weil er genau die Frage beleuchtet, welche Schatten die Vergangenheit bis heute wirft. Das sind lange Schatten, richtig lange Schatten. Und sie sind umso dunkler und länger, je mehr da verschwiegen wird.

Mir gefällt an dem Film auch die Zwiespältigkeit mancher Figuren. Zum Beispiel Konrad Böhm. Er ist eine schillernde Figur, an der zugleich deutlich wird, wie Leute seiner Art ticken, aber zugleich auch, was sie für Grenzen haben. Einerseits besitzt er eine geradezu klebrige Sentimentalität, andererseits eine große direkte Brutalität und beides geht in einem atemberaubenden Wechsel zusammen. Es kann einem ganz schwindelig davon werden. Und dann kann er sich aber nicht vorstellen, dass nicht alle Menschen verfügbar sind. Das finde ich tröstlich und schön: Man merkt: Solche Leute sind sehr gefährlich. Aber ihre Macht kommt dann auch irgendwann an Grenzen.”

Marianne Birthler war bis März 2011 Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR. Zur Zeit ist sie Visiting Scholar an der George Washington University in Washington DC.